Ehrenamt?! Ist keine Arbeit umsonst!

Jung. Frei. Europäisch.

Ehrenamt?! Ist keine Arbeit umsonst!

5. Dezember 2018 Allgemein Kolumne 0

In meiner Schule haben uns die Lehrer gefragt, wer am Wochenende bei einer Veranstaltung helfen könnte. Plötzlich ist es das erste Mal im Unterricht ganz still. Keiner meldet sich, bis ein Schüler halb im Scherz, halb im Ernst fragt: „Wie viel Geld bekomme ich denn dafür?“ und die Klasse lacht. Kopfschüttelnd erklärt die Lehrerin, dass es nur ein kleiner Dienst für die Schule ist, für zwei Stunden am Samstagmorgen. Nun ist die Motivation komplett im Keller und jetzt meldet sich erst recht keiner mehr.

Was ist eigentlich das Ehrenamt? Das Ehrenamt ist eine Tätigkeit für deine Gemeinschaft, welche du unentgeltlich ausführst. Man mag sich vielleicht fragen, was der Nutzen für einen selbst ist. Ganz einfach: Man hilft kleineren Kindern bei den Hausaufgaben oder spielt mit ihnen Fußball, man hilft, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen,  indem man ein paar Bänke aufstellt. Es ist ein kleiner Dienst für deine Stadt, oder eben deine Schule. Und noch etwas „bringt“ einem das Ehrenamt: Erfahrungen und Erlebnisse, erfreulich wie unerfreulich, die das Leben bereichern. Nicht nur mit Blick auf den Lebenslauf und der Erwerb von Qualifikationen, die auch im Beruf weiterhelfen, sondern v.a. im Miteinander mit Gleichgesinnten und den Menschen, die das Erlebte miteinander teilen. Die Mühen des Ehrenamts werden vielleicht nicht bezahlt, sie sind aber keinesfalls umsonst!

Viele sagen dann bestimmt: „Ok, prinzipiell würde ich das ganz gerne machen, aber mir fehlt die Zeit, das Verständnis von Außenstehenden und vor allem: Woher bekomme ich die Informationen her, wo Leute gebraucht werden? Muss ich zu jedem Veranstalter gehen, um zu fragen, ob ich unentgeltlich helfen kann? Es ist komplett sinnlos und wiederum zeitaufwendig.“

Aber was sind die Lösungen? Wie kann man die Leute wieder mehr in die Gemeinschaft integrieren? Wie aktiviere ich die Menschen, die helfen wollen?

Man braucht ein gutes Netzwerk, eine eigene Internetseite oder eine zentrale Anlaufstelle. Wenn man die Organisation vom Ehrenamt besser aufstellt, die Vorteile, wie bspw. eine gute Community hervorhebt und ganz klar macht: Es ist vielleicht nicht zwangsläufig lukrativ für deine eigene Geldbörse, aber das gute Gefühl, was man bekommt, wenn man weiß, dass man kleinen Kindern oder Jugendlichen eine Freude gemacht hat, ist viel wichtiger als der finanzielle und der zeitliche Aspekt.

Fest steht: es gibt viele gute Gründe, sich ehrenamtlich zu engagieren. Und auch wenn ehrenamtliches Engagement einen unbezahlbaren Beitrag für die Gesellschaft leistet, kann es doch durch Anreize und Rahmenbedingungen gefördert werden, um ein Ehrenamt attraktiv zu gestalten. Vor diesem Hintergrund ist die Politik aufgefordert, zu unterstützen. Dabei kann sie nicht nur auf Kontakte und Netzwerke zurückgreifen, sondern insbesondere auch den Nachwuchs im Ehrenamt aktiv gefördert fördern. Bei der Vergabe von Grundstücken z.B. können lokale Ehrenamtler gegenüber Interessenten, die sich nicht ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen, bevorzugt und damit Engagement vor Ort unterstützt und gefördert werden. Beispielhaft umgesetzt wurde dies auch auf Bestreben der CDU im Rat der Stadt Düren jüngst bei zwei Neubaugebieten in Birgel und Rölsdorf. Zudem kann die Politik Anreize schaffen z.B. durch die Förderung von Ehrenamt durch die Ehrenamtskarte, deren Einführung im Rat der Stadt Düren parteiübergreifend befürwortet wurde.

 

Nina Junggeburth
JU-Mitglied seit 2018