Kolumne: Aufenthaltsqualität in der Innenstadt


Auch wenn sich Petrus derzeit noch nicht so wirklich daran hält: Die kalte Jahreszeit neigt sich ihrem Ende zu und der Frühling ist da! Die Temperaturen steigen – die Sonne lässt sich häufiger und vor allem länger sehen. Gute Gründe also, in der Innenstadt zu flanieren, zu shoppen und ein Eis oder eine Cola zu genießen.
Dazu laden nach meiner Auffassung auch die neugestaltete Kölnstraße und v.a. der Markt ein, der in der hellen Ausgestaltung an mediterrane Plätze, ja beinahe an eine „Piazza“ erinnert. Zusammen mit dem noch anstehenden Umbau des Kaiserplatzes ein unschätzbarer Beitrag zur Attraktivierung der Innenstadt, die nicht zuletzt unser örtlicher Einzelhandel in der stetigen Konkurrenz zum Onlinehandel auch dringend fordert.
Und mal ganz ehrlich: ein Shopping-Tag in der Sonne, dabei noch das eine oder andere freundliche Gespräch, birgt doch ein anderes Lebensgefühl als die kühle shopping-Welt des Internets!
Vor allem die Sitzbänke in der Kölnstraße sind dabei nicht nur ansehnlich, sondern auch funktionell. Vor der Umgestaltung hat mir persönlich die Möglichkeit gefehlt, sich beim anstrengenden Tüten-Schleppen für einen Augenblick oder zwei hinzusetzen und die Sonne zu genießen!
Doch schaut man sich die gerade erst geschaffenen Sitzmöglichkeiten an, stellt man leider fest, dass sie bereits jetzt beschmiert und verschmutzt werden. Leider scheinen einige unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht in der Lage zu sein, das neue Ambiente einfach zu genießen und die der Allgemeinheit gehörenden Bänke und Tische anständig zu behandeln. Das hat dann auch nichts damit zu tun, dass Abfallkörbe nicht vorhanden oder zu voll sind!
Dem kann leider nur durch verstärkte Präsenz von Ordnungskräften begegnet werden. Gut also, dass der Rat der Stadt Düren auf Drängen der CDU-Fraktion eine Aufstockung des Ordnungsdienstes um zwei Stellen im Rahmen der Haushaltsplanung beschlossen hat. Jetzt müssen die Stellen nur noch besetzt und auch zu diesem Zweck eingesetzt werden!
Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität vor allem für junge Menschen und Familien trägt nach meiner Überzeugung auch das diskutierte Alkoholverbot bei. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die betroffenen Menschen zu diskriminieren oder „an den Rand zu drängen“. Zu Recht wird darauf verwiesen, dass die Betroffenen der sozialen Betreuung bedürfen – sicherlich ist dazu auch ein weitergehendes Konzept nötig. Auch das sieht der gerade verabschiedete Haushalt vor. Dennoch ist ein Alkoholverbot auch aus Jugendschutzgründen ein wichtiger Beitrag, Sicherheit und Sauberkeit der Innenstadt gerade in den Sommermonaten kurzfristig zu erhöhen: Ich würde es begrüßen, wenn mein Kind beim Spielen nicht zwischen Glasscherben und Bierflaschen geriete.
Da die Zeit bis zum Sommer drängt, sollten nach meiner Auffassung jetzt die rechtlichen Grundlagen zumindest für die Erprobung geschaffen und nicht erst die Erstellung eines Gesamtkonzeptes abgewartet werden, sodass wohlmöglich ein Test erst im kommenden Jahr zum Tragen kommen kann.
Gerade für die junge Generation wird noch ein weiterer Baustein für eine attraktive Innenstadt immer wichtiger: Kostenfreies WLAN. Gerade in Kombination mit den geschaffenen Sitzmöglichkeiten sicherlich eine Möglichkeit, die Aufenthaltsqualität der Innenstadt weiter zu erhöhen. Jedoch ist hier Vorsicht geboten, will man den Einzelhandel mit der Einführung nicht schwächen, sondern beleben. Schließlich soll das Ambiente nicht dazu einladen, gemütlich in der Sonne online zu kaufen, statt im stationären Handel. Eine Einbindung des stationären Handels ist daher unerlässlich. Denkbar wäre es, in Zusammenarbeit mit der IG City z.B. WLAN-Gutscheine beim Kauf in den lokalen Geschäften zu vergeben – so würden auch die Einzelhändler von der WLAN-Bereitstellung profitieren. Einen Versuch wäre es doch wert, oder?

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