Kolumne: Junge Familien entlasten heißt Jugend fördern und Attraktivität für Fachkräfte erhöhen!


Ich unterstütze die Bemühungen der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Düren zur generellen Beitragsfreiheit in der KiTa. Die im Rahmen der Haushaltsplanung für den Doppelhaushalt 2018/2019 beantragte Befreiung von den KiTa-Gebühren für über 3-Jährige begrüße ich daher ausdrücklich als einen Schritt in die richtige Richtung, auch wenn darüber der notwendige weitere Versorgungsausbau insbesondere im Bereich U3 nicht vergessen werden darf.

Für viele junge Paare wird die Freude über die anstehende Geburt ihres Kindes getrübt von den Sorgen über die finanzielle Lage. Neben den notwendigen Anschaffungen und dem Lebensunterhalt kommt in der Regel auch der Verdienstausfall mindestens eines Elternteils hinzu. Mithilfe des Elterngeldes kann die ärgste Not sicherlich abgewendet werden, aber nach Ablauf dieser Zahlung ist es in der Regel dann doch notwendig, dass beide Elternteile einer Beschäftigung nachgehen müssen.
Und dann kommt der Haken: Für die Betreuung des Kindes fallen KiTa-Gebühren an, die mit Blick auf die derzeitige Gebührentabelle nicht gerade knapp ausfallen. Ab einem gemeinsamen Jahreseinkommen von 30.000 Euro (2.500 Euro im Monat) fallen für die Betreuung im Ü3-Bereich bereits monatliche Gebühren in Höhe von bis zu 53 Euro an. Auf das Jahr gerechnet sind das schon stolze 636 Euro – die die jungen Eltern sicher gut anders verwenden könnten – zur Teilfinanzierung von Wohneigentum zum Beispiel.
Dabei steigen die Beiträge auch noch mit dem Einkommen: Bei einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro beträgt die monatliche Belastung bereits bis zu 216 Euro (2.592 Euro im Jahr). Auch wenn die finanzielle Lage hier sicherlich entspannter ist – von „den Reichen“ kann man auch hier nicht sprechen.

Die Befreiung von KiTa-Gebühren ist aber nicht nur eine Frage der notwendigen Familienförderung: Sie ist auch ein entscheidender Standortvorteil! Junge Fachkräfte werden sich zweimal überlegen, ob sie sich in Düren oder in einer der anliegenden Kommunen niederlassen. Denn: was die im Stadtgebiet lebende Familie an KiTa-Gebühren zahlt, könnten sie in der Nachbargemeinde sparen – denn im übrigen Kreisgebiet sind die Gebühren bereits abgeschafft. Das ist insbesondere für die Bindung hochqualifizierter Fachkräfte, die auch entsprechende Kaufkraft mit sich ziehen, ein echter Nachteil. Darum reicht es auch nicht, nur niedrige Einkommensgruppen zu entlasten.

Unsere heimische Wirtschaft gibt sich alle Mühen, dem Fachkräftemangel entgegenzutreten. Ich appelliere an die Politiker aller Fraktionen im Rat der Stadt Düren: Unterstützt sie dabei! Schafft die KiTa-Gebühren, wenn auch nur schrittweise, ab! Parteipolitisches Kleinklein und Klientelpolitik mal bei Seite und Hand aufs Herz: Dagegen kann man doch eigentlich nichts haben!

„Doch“, sagen tatsächlich die Vertreter der Ampel-Koalition. Die Einnahmeausfälle belasten den Haushalt. Das kann man wohl nicht bestreiten. Aber: die Stadt Düren ist in der glücklichen Lage, einen ausgeglichen Haushalt vorweisen zu können, dessen Überschuss insbesondere mit Unterstützung der Landesregierung weiter anwächst.

Und so würden auch die größeren Städte der Umgebung bei der Gewinnung von Fachkräften mit Neid auf die Stadt Düren blicken: Denn die Förderung junger Familien und der damit einhergehende Standortvorteil bleibt ihnen angesichts nicht ausgeglichener Haushalte verwehrt.

Christoph Guth
JU-Mitglied seit 2017
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